Donnerstag, 23. Juli 2009

Trekkingtour

Hallo an euch alle!

Bald sehen wir uns wieder. Viel fehlt nicht mehr. Gestern war es noch ein Monat. Aber das Jahr ist noch nicht vorbei. Auf mich wartet noch eine große Trekkingtour.

Am 5. August kommen 17 Deutsche aus dem CVJM Nürnberg http://www.cvjm-nuernberg.de und werden sich mit einer Gruppe Peruaner auf den Weg nch Huaraz machen. Gerd geht auch mit und er hat mich gefragt, ob ich ihn unterstützen und beim Übersetzen helfen kann. Und ich hab ja gesagt.
Die Tour besteht aus drei Teilen. Zu Beginn werden wir uns in Huaraz und Umgebung an die Höhe gewöhnen. Als nächstes machen wir eine mehrtägige Wanderung durch die Berge (2900m-4750m). Zum Abschluss steht die Besteigung des Pisco an (3900m-5750m). Wir werden ganz viel Natur, Eis und Berge sehen. All das, was man in Lima sonst nicht zu Gesicht bekommt. Es wird aber nicht nur Abenteur und Vergügen sein.
Wir werden mit dieser Tour das Projekt Tikay vom ACJ Perú unterstützen. Durch dieses Projekt werden Familien bei der Lebensmittelversorgung unterstützt. Wir möchten durch jeden erlaufenen Höhenmeter Spenden sammeln. Das Prinzip ist wie bei einer Sponsoren-Ralley. Pro 100 Höhenmeter gibt der Spender einen festgelegten Betrag. Je mehr Geld zusammenkommt, desto mehr Familie können unterstützt werden.
Bsp. Ich gewinne Tante Erna* dafür, dass sie 5.-€ für je erlaufene 100 Höhenmeter an das Projekt spendet. Auf der Tour erklimmst du dann 2400 Höhenmeter. D.h. Tante Erna spendet nach der Tour 120.-€ für Tikay. so einfach ist das.
Je mehr Geld zusammenkommt, desto mehr Familien können unterstützt werden.

Und jetzt bist du gefragt. Willst du mich und damit das Projekt Tikay unterstützen? Dann meld dich bei mir. Wenn du eine Firma hast, die einen größeren Betrag spendet, wird sie auf der Homepage mit Logo genannt. Es lohnt sich also. Überleg dir also bitte, ob und wie viel du armen Familien spenden möchtest, damit ihr tägliches Überleben gesichert wird.

Also dann sag ich mal bis bald und überlegts euch!


Liebe Grüße
Lars-Kristoffer
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*Alle Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit sind nicht beabsichtigt. Es ist frei erfunden.

Wieder zurück...

... aus Trujillo von einem super tollen Einsatz. Unsere Planung war nicht perfekt, aber wir hatten ein Programm, als wir am Samstagmorgen in Trujillo ankamen. Gleich vormittags hatten wir ein Programm für Kinder. Wir haben einen Stationenlauf gemacht und die Kinder durften als Detektive entdecken, wer Jesus ist. Nachmittags waren dann die Jugendlichen dran. Wir haben uns kennengelernt und hatten auch schon ein Thema, aber für die Jugendlichen war der ganze Sonntag reserviert. Wir hatten mit 10-20 Jugendlichen gerechnet oder besser gesagt, wir hatten keine Ahnung wie viele wirklich kommen würden. Am Ende waren es dann fast 40. Das hatte ich nicht erwartet. Außer vom Tag zuvor kannten wir uns nicht, aber es war sofort eine hamma Atmosphäre zu spüren. Die Jugendlichen hatten sichtlich Spaß und wir auch.
Unser Thema war Träume. Was möchte ich aus meinem Leben machen? Träume sind wichtig, gerade für diese jungen Leute. Sie leben in einem der ärmsten Viertel und haben kaum eine Aussicht auf eine bessere Zukunft. Trotzdem träumen sie davon Koch oder Arzt zu werden. Gott möchte ihnen helfen bei der Umsetzung ihrer Träume.
Sport und ein Geländespiel haben den Tag abgerundet. Am Montag sind wir nach dem Programm für die Mitarbeiter in Trujillo wieder heimgefahren nach Lima.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Einsatz in Trujillo

Wir stecken mitten in den Vorbereitungen für ... ...unseren Einsatz in Trujillo. Am Freitagabend gehts los und am Dienstag treten wir wieder die Rückreise an. Wir werden Gruppenstunden für Kinder, Jugendliche und das Personal dort machen. Und am Sonntag haben wir fast den ganzen Tag mit den Jugendlichen: Spiele, Recreaciones, gemeinsames Essen, Sport, ein cooles Thema, Geländespiel, zusammen singen, ... Das wird cool!

Samstag, 4. Juli 2009

mal wieder ein Rundbrief

Hallo an euch alle!

Ich sitz hier grad in Independencia im Oficina und schreib euch mal. So für alle, nur die ersten paar Zeilen lesen: Mir geht es gut und ich komm in nicht mehr ganz 2 Monaten wieder.

Ja, ich und die anderen sind schon wieder kräftig dabei, an unsere Rückkehr zu denken. Planungen für Urlaub im August, Abschiedsfeiern und Abschiedsgeschenke laufen. Und vor allem steht die Frage im Raum: Und dann? Bei den meisten Volis ist es so gut wie klar. Bei mir eigentlich auch. Ich möchte Lehrer werden für Reli, Mathe und Altgriechisch :) Erst hatte ich vor in Tübingen zu studieren. Geh jetzt aber doch nach Heidelberg. So stell ich mir das zumindest vor. Das tolle ist, ich hab keinen Stress mit Bewerbung & Co, da ich mich bis Ende Auguts einschreiben kann. Von hier aus ist das schon ein bisschen kompliziert, wie ich das bei meinen Mitvolis gemerkt habe.

Seit einigen Wochen haben wir einen Detektivkurs mit Kids zwischen 9 und 12 Jahren. Sie sind jedes Mal begeistert. Das ist immer wieder klasse. Wir machen das ja auch zum ersten Mal und es funktioniert nicht immer alles wie wir es uns vorstellen. Aber die Kids kommen immer wieder und haben so einen Spass. In 2 Wochen haben wir Abschluss mit der Überreichung der Detektivausweise, da werden wir ein grosses Detektivspiel machen, bei dem sie alles noch mal anwenden können, was sie gelernt haben. Cool nicht?

Da ich in letzter Zeit wenig geschrieben habe, guckt einfach mal auf meinen Blog, da steht ein bisschen mehr drauf. Ansonsten meldet euch einfach mal und fragt nach.

Gut, dann sehen wir uns bald wieder.... :) Machts gut.

Lars-Kristoffer

Arequipa


Letztes Wochenende war ich in Arequipa. Musste am Freitag und Samstag nicht arbeiten und Montag war Feiertag. Also habe ich die Gelegenheit genutzt und habe mich mit Tabea und Caro (sie ist sehr spontan noch dazu gekommen) 15 Stunden in den Bus gesetzt. Wir wollten Familie Cordt noch mal Besuchen, bevor sie diesen Sonntag nach Deutschland zurückfliegen. Ausserdem war es mal wieder Zeit sich einfach ein bisschen zu erholen... das haben wir gemacht mit Lesen, Eis essen, Sonne geniessen, Fotos machen und so weiter.

Einen Vormittag haben wir auf die 2 Töchter aufgepasst, wir haben sämtliche Parks in der Umgebung unsicher gemacht. Und dann haben wir noch einen Vogel beerdigt, den wir tot gefunden habe. Trotzdem hatten wir Spass und es war lustig.

In Arequipa waren wir auch im GoDi. Ein ganz kleiner feiner GoDi. War eine ganz neue Erfahrung, da ich in Lima immer in eine - ich würd mal sagen - "Hightech-Kirche" gehen. Drei Beamer, Informationen werden per Video weitergegeben, eine riesige Lobpreisband, über 1000 Besucher pro GoDi .... Trotzdem hat mir die kleine Gemeinde gut gefallen.

Und dann mussten wir auch schon wieder die Rückreise antreten. Wir sind wieder gut in Lima angekommen, auch wenn Tabea und Caro jetzt mit der Grippe kämpfen, die gerade umgeht. Aber mir gehts gut.

Samstag, 20. Juni 2009

Al Límite

Am Freitagabend (gestern) hatten wir das Jugendevent Al Límite bei uns im CVJM. Für uns Volis war das ein großes Ding. Immer wieder hatten den Termin verschieben müssen und gestern hat es endlich geklappt. Wir hatten Band, Essen, eine intergrierte Theaterpredigt und vor allem eine supergemütliche Atmosphäre. Mir hat immer die tolle Sofa-Atmosphäre, die ich von zu Hause her gewohnt war, gefehlt. Und gestern war sie da. Man konnte sich einfach hinsetzen, essen und sich unterhalten. Zusammen mit Richi hatte ich das Thema. Was mache ich, wen ich an Grenzen (límites) stoße? Unsere Antwort: Nicht aufgeben, sondern nach vorn, auf Gott schauen.Eine Sache noch: Ich habe das aller erste Mal in meinem Leben Schlazeug auf einem Billardtisch gespielt. Das ist eine echt lustige Erfahrung gewesen. Muss man mal wiederholen.

Reisebericht vom Urlaub im März

In letzter Zeit habe ich mir echt wenig Zeit genomme für den Kontakt nach Deutschland. Das tut mir Leid. Dafür jetzt mein Reisebericht, den meine Papa geschrieben hat über unseren gemeinsamen Urlaub. Danke dafür, Papa!


Camino del Perú – eine Reise durch ein Land mit vielen Kontrasten

Peru ist ein trockenes staubiges Land mit vielen grünen Gärten und Feldern. Kilometerweit sieht man keine Siedlungen, Gehöfte und Menschen und wird morgens durch den lärmenden Großstadtverkehr mit hunderten von Autos geweckt. Malerische Sandstrände erstrecken sich entlang des Pazifiks, beeindruckende Gebäude recken sich am Strand von Lima in den Himmel und am Fuß der beginnenden Berge klettern armselige Hütten die sonnendurchglühten Hänge hinauf.
Peru ist ein Land mit vielen Gegensätzen manchmal auf engstem Raum. Das haben wir auf Schritt und Tritt erlebt bei unserer Reise durch das Land. Drei Wochen waren wir unterwegs und haben immer weitere Kreise gezogen.
Die erste Woche waren wir in Lima, wo Lars-Kristoffer lebt und arbeitet. Ich habe das Viertel erlebt, bei seiner damaligen Familie Carranza: „San Martin de Porres, Palao, primera entrada“ hat mir Lars-Kristoffer auf einen Zettel geschrieben, falls wir uns einmal verlieren. Dann hätte ich das einem Taxifahrer sagen können, dass er mich wieder heimbringt. War aber nicht nötig! Wir waren im staubigen Armenviertel Indepedencia und im reichen grünen Miraflores am Meeresstrand. Die Viertel liegen in entgegen gesetzter Richtung von Lima und sind genauso gegensätzlich. Im Aquapark bestaunten wir die Springbrunnen und im Y-Camp, dem Strand der ACJ – etwa 11/2 Busstunden südlich von Lima am Pazifik gingen wir Fischen. Hier waren wir zwei Tage und genossen Wind und Wellen, Sonne und Meer beim Geschrei der Möwen und dem Flug der Pelikane. Sogar Delphine sahen wir im Wasser spielen. Psalm 104 wurde uns hier so richtig vor Augen geführt: „Herr wie sind deine Werke so groß und so viel … Da ist das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt’s ohne Zahl, große und kleine Tiere. … Da sind große Fische, die du gemacht hast, damit zu spielen…“
Die selbst gefangenen Fische (von Lars-Kristoffer) haben wir am selben Abend noch zu Ceviche verarbeitet – ein traditionelles (rohes) Fischgericht mit Zwiebeln, viel Limonensaft und Aji („achi“), ganz scharfes Zeug (wie Chili).




Wir kochen auch zweimal deutsch. Ich habe Kloßteig mitgebracht und Rahmsoße (in der Tüte) und Spätzle. Einmal kochen wir bei Bethkes, Gerd und Claudia und Lea-Marie, die Bruderschaftssekretärsfamilie und einmal für die Gast-Familie Carranza. Beim ersten Mal gibt’s fränkische Klöße mit Kassler und Sauerkraut und beim zweiten Mal Spätzle mit Rahmsoße und Geschnetzeltem vom Huhn (Huhn ist typisch für Peru).




Zum Abschluss der ersten Woche erleben wir noch die Hochzeit von Alfredo Carranza junior und Carolina. Es wird viel getanzt bis in die frühen Morgenstunden. Dabei wird schnell klar, dass der Walzer-Takt beim Hochzeitstanz nichts für Peruaner ist. Bei Salsa blühen sie erst richtig auf. Die spannendste Frage bei der Hochzeit war: Wann kommt wieder Wasser aus dem Hahn? Ab etwa 14 Uhr gab es unvorhergesehen kein fließendes Wasser mehr im Hause Carranza, wo gefeiert werden sollte. Duschen war nicht mehr möglich und die Clo-Spülung hatte auch keinen Nachschub mehr – und das bei mindestens 40 Gästen, die kommen sollten!!! Hier fehlte nicht der Wein - wie in der biblischen Wundergeschichte - sondern das Wasser! Doch ab 19 Uhr hatte der Wasserhahn wieder Druck – auch Dank einiger stiller Gebete.
In der zweiten und dritten Woche waren wir auf Tour im Süden von Peru. Wir fuhren mit dem Bus nach Arequipa in den Anden, gingen auf einen Zwei-Tages-Trip zu den Kondoren ins Colca-Tal, besuchten die alte Inka-Hauptstadt Cusco, kamen ins Heilige Tal der Inkas (Valle sacrado de los Inkas) und ließen uns faszinieren von der alten Ruinenstadt Machu Picchu. Hier trafen wir ein Fernsehteam vom ZDF, die Szenen für eine „Traumschiff“-Folge drehten – und wir sollten gleich als Statisten mitmachen. Es waren zwei ereignisreiche Wochen immer auf einer Höhe von mindestens 2.000 Metern. Arequipa liegt auf 2.300 Meter Höhe und Cusco auf zirka 3.500 Metern. Arequipa ist von zum Teil schneebedeckten Bergen




umgeben und von Vulkanen, die bis zu 6.000 Meter hoch sind. Auch von Cusco führen die Wege auf fast allen Seiten nur steil nach oben. Das ist bei der dünnen Luft nicht immer leicht zu verkraften und wir kommen ganz schön ins Schnaufen. Jeder Tag ist voll neuer Erlebnisse und Entdeckungen. Wir lernen viele liebenswürdige Menschen kennen – und dennoch ist man ständig auf der Hut vor Taschendieben. Die Plätze – insbesondere die „Plazas de Armas“, die Hauptplätze in den Städten und Dörfern strahlen Großzügigkeit aus, aber alle Häuser sind aus Sicherheitsgründen vergittert und eingezäunt. Der ACJ leistet in Arequipa eine wichtige Arbeit für die Ärmsten der Armen mit seiner medizinischen Station, seiner Strickschule und –werkstatt sowie der Bäckerei.



Wir wohnen bei Walter, dem leitenden Mitarbeiter der ACJ (Peruaner trotz des Namens) und seiner Frau Arlen. Wir lernen Christian und Katja Cordt aus Lüdenscheid kennen mit ihren beiden Töchtern Line (3 Jahre) und Jordi (5 Jahre). Sie leben als Familie für ein Jahr in Arequipa (auch Volontäre) und arbeiten in der ACJ mit (von ihnen gibt’s ne eigene Website: www.news.cordts-unterwegs.de).
Im Colca-Tal baden wir in heißen Schwefelquellen (Chivai) und erleben die Kondore am Cruz del Condor im blauen Himmel dahinsegeln. Hier möchten wir bleiben und stundenlang den Flugkünstlern zuschauen.




Wir erfahren das „Valle sacrado de los Inkas“ auf Touristenweise im Komfort-Bus und mit Fremdenführer und erlauben uns doch auch unsere eigenen Freiheiten. Lars-Kristoffer kann mit seinen Peru- und Spanischkenntnissen ein guter Führer sein. Immer wieder erleben wir, dass sich Situationen, die unklar erscheinen zum Positiven öffnen. Es sind spannende Tage, wo der Morgen noch nichts vom Abend weiß. Wir fahren auch mit „normalen“ überfüllten Bussen und erleben die Menschen in Peru in ihrem Alltag. So sind wir immer beides Touristen und Menschen, die Peru nicht nur an der Oberfläche erleben – auch dank der persönlichen Kontakte über die ACJ, den peruanischen CVJM. Gut dass es diese weltumspannende Familie gibt.
Wir erleben viel Kultur - peruanisch, inka-geprägt, katholisch, spanisch, europäisch. Wir erleben wie die Menschen in Peru keine Möglichkeit auslassen ein paar Soles zu verdienen – mit dem Verkauf von Indio-Waren an jeder Bushaltestelle, von Obst und Getränken auf den Märkten, von selbst gemalten Peruansichten und CD’s mit traditioneller Musik in den Straßen, mit dem Angebot sich in malerischer Tracht mit Lämmchen oder Baby-Alpaka fotografieren zu lassen vor historischer Kulisse, mit Volkstänzen auf dem Marktplatz und vielen anderen Ideen.


Voll mit Eindrücken treten wir von Cusco aus die Heimfahrt an; eine Fahrt mit Hindernissen quer durch die Anden. Statt der üblichen 18-20 Stunden werden es 26 Stunden durch einen liegen gebliebenen Lkw in einer Dorfdurchfahrt, durch den notwendigen Umweg und durch Straßensperrung wegen Bauarbeiten. Die Peruaner nehmen das alles mit großer Gelassenheit – und wir haben Urlaub. Letztlich kommen wir doch wieder im großen Verkehrsgewühl in Lima an – Ein ungewohntes Bild nach neun Tagen in den Anden.

Mit dem Besuch im Wasserpark von Lima am letzten Abend mit mehr als 20 grandiosen farbig beleuchteten Springbrunnen beenden wir drei ereignisreiche Wochen in Peru. Ich fliege wieder nach Hause und Lars-Kristoffer ist gespannt auf die zweite Halbzeit bis August.